Woltär


Wer sehenden Auges mit einem Blick für die kleinen Dinge durch die Gegend geht, den hat der Elefant der Firma Woltär womöglich schon zum Lächeln gebracht. In meinen Dia-Archiven aus den frühen 80ern schlummern sicher ein paar Elefanten, die ich am Naschmarkt und anderen Stellen abgelichtet habe. Zu einem bewussten Wiedersehen kam es vor ein paar Jahren an der Ecke Pazmanitengasse/Darwingasse. Bis ich schließlich die Verbindung zu Alfred Woltär hergestellt habe, hat es dann immer noch ein bisschen gedauert.


Der Kaufmann Alfred Woltär hat im Mai 1908 beim Amtsgericht am Mittersteig eine Einzelfirma für den "Handel mit Baumaterialien, Werkzeuge, Maschinen" eintragen lassen, Firmenstandort war V., Wienstraße 59.

1905 wurde die Wienstraße im 4. und 5. Bezirk größtenteils in Rechte Wienzeile umbenannt, 1911 die ungeraden Hausnummern 49-63 nach dem Klavierfabrikanten Karl Hamburger benannt. In seiner Anfangszeit war Alfred Woltär also fast ein Nachbar von Johann Anderle.

1912 kommt es zu zwei Änderungen - der Firmensitz wird nach Wien X., Van-der-Nüll-Gasse 59 verlegt und der Betriebsgegenstand um "Rollbalken-, Sonnenplachen- und Werkzeugfabrik" erweitert.

Am 22. Februar 1916 erteilt er seiner Gattin Aloisia, die immer Louise genannt werden möchte, die Ermächtigung "meine Firma Alfred Woltär per prokura zu zeichnen." Firmenstandort ist zu diesem Zeitpunkt schon Wien III., Erdbergerstraße 180.

Alfred Woltär ist nur selten auf Abdeckungen und Plaketten zu sehen. Die Kurzform A. Woltär verweist nach seinem Ableben 1937 auf seine Gattin Aloisia.

Die Firma ist immer noch in Betrieb, hat aber mit der Gründerfamilie nichts mehr zu tun. Ihre Hinterlassenschaften sind allgegenwärtig. Weitere Details zu den handelnden Personen werden demnächst auf einer weiteren Seite eingespeist.


Den Elefanten gibt es in verschiedenen Stadien der Übermalung, rechts- und linksdrehend. Bei den metallenen Abdeckungen kann man die Initialen AW erkennen und wie er sich abmüht, ein Stück Rollbalkenstahl zu verbiegen. In der Kunststoffversion, wie auch auf den Geschäftspapieren, sieht man ihn im Bemühen einen Rollladen einzudrücken.

Erstaunlich ist die Vielfalt der Telefonnummern, dazu kann ich vielleicht bald genauere Einschätzungen liefern. Die Vorwahl 0222 für Wien wurde mit 13. Mai 2007 eingestellt.


Zum 200. Geburtstag von Ernst Litfaß ist ein Artikel auf Spiegel Online erschienen.

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