Wien Museum Beginn

Wie alles begann


Die Wiener Weltausstellung, die am 1. Mai 1873 ihre Tore öffnete, stand unter keinem guten Stern.

Nur wenige Tage nach der Eröffnung nahm der Gründerkrach Fahrt auf, zu Mittag des 9. Mai wurde die Wiener Börse polizeilich geschlossen. Die letzte schwere Choleraepidemie forderte bis Oktober 1873 fast 3.000 Opfer. Da fiel es kaum mehr ins Gewicht, dass die Rotunde undicht war, aufgrund anhaltender Regenfälle die Besucherzahlen schon zu Beginn weit hinter den Erwartungen blieben, die Staatskasse am Ende mit fast 15 Millionen Gulden (heute knapp 200 Millionen Euro) belastet war oder dass auf dem gesamten Ausstellungsgelände nur zwei Uhren angebracht waren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Weltausstellung_1873

ANNO 1873_06_17_Weltausstellung_Nur 2 Uhren_Internationale Ausstellungs-Zeitung_Seite 5


Die Wiener Bevölkerung konnte sich mit dem "umgekehrten Trichter" nie anfreunden und so war das Kernstück der Ausstellung schnell Ziel zahlreicher mehr oder weniger bissiger Kritiken.

Links der im Dauerregen stehende Generaldirektor Wilhelm Freiherr von Schwarz-Senborn (von den Wienern auch gerne "Ausstellungsdiktator" genannt) ANNO 1937_09_19_Nachruf und Historie Rotunde_Musik_Wien_Neues Wiener Tagblatt_Seite 1

und rechts die zeichnerische Umsetzung des Rates der humoristischen Zeitschrift "Der Floh", dass "wenn die Rotunde durchaus in Trichterform gebaut werden mußte, so hätte man sie vernünftigerweise mit der Spitze nach unten kehren sollen; das wäre für Publicum und Regen bequemer gewesen."

ANNO 1873_05_17_Der Floh_Seite 5


Bei einer Begehung eine Woche vor Eröffnung kam der begleitende Redakteur zu der Erkenntnis, "daß die Schallwellen sich in dem großen Trichter durchaus nicht zurechtfinden wollen. Man wird gut thun, in der Rotunde möglichst wenig zu musiciren."

ANNO 1873_04_29_Akustik Rotunde_Das Vaterland_Seite 1


Tatsächlich war aber gerade die Musik ausschlaggebend dafür, dass die Rotunde überhaupt zu ihrer imposanten Höhe von 85 Metern aufgerichtet werden konnte. Aus Kostengründen (eigentlich war es eine Verwechslung von Gulden und Reichsmark, wie sich im Nachhinein herausstellte - ANNO 1937_09_19_Neues Wiener Tagblatt_Seite 1f) musste das Dach am Boden gefertigt und dann das Ganze nach und nach auf 32 Stahlsäulen gesetzt werden.

Und da hilft alles nichts, jetzt müssen doch ein paar Zahlen her: Aus dem Durchmesser von 108 m resultierten fast 340 Meter Kreisrand, die überdachte Fläche betrug nach aktueller "Währung" knapp 1,3 Standardfußballfelder. Rechts und links jeder Säule befand sich je ein Hebel, an jedem sollten sechs Arbeiter (in Summe 384) das 4.000 Tonnen schwere stählerne Baustück in die Höhe wuchten. http://www.wiener-weltausstellung.at/industriepalastrotunde.html

Diese Menge an Arbeitern zu koordinieren erwies sich schnell als aussichtslos und in Folge geriet das Dach in gefährliche Schieflage. Friedrich Harkort (ihm ist ein kleines Stück Straße im Stuwerviertel gewidmet), der ausführende Konstrukteur aus einer Duisburger Stahl-Dynastie, ließ eines Morgens eine Militärkapelle den Radetzkymarsch intonieren und dieser Rhythmus gab den Arbeitern an den Winden den richtigen Schwung. Mit etwa 30 Zentimetern pro Stunde ging es dann in den nächsten 82 Tagen auf die endgültige Höhe.

https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Hasenauer

ANNO 1937_09_19_Neues Wiener Tagblatt_Seite 1f


Ursprünglich sollten alle Gebäude wieder rückgebaut werden, für den Abbau der Rotunde fehlte allerdings schlicht das Geld. Heute erinnern noch Rotundenbrücke, Rotundenallee, der Rotundenplatz und eine Haltestelle der Liliputbahn an den einst weltweit größten Kuppelbau. Nach dessen vollständiger Zerstörung durch den Brand 1937 (tatsächlich gab es in den Jahren davor schon etliche kleinere Brände) wurde der zentrale Franz-Joseph-Brunnen von der Grazer Stadtregierung gekauft und ziert seither dort den Stadtpark. Eine Laterne ist aus nicht mehr nachvollziehbaren Wegen im Eroicahaus in Wien Döbling gelandet - das war's, vordergründig betrachtet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rotunde_(Wien)#Geschichte


Wer hat's erfunden?


1851 ging in London auf Anregung Prinz Alberts die erste Weltausstellung über die Bühne.

https://de.wikipedia.org/wiki/Weltausstellung#Geschichte

Mitte der 1850er-Jahre hatte Sir Henry Bessemer mit der Bessemerbirne eine Methode entwickelt, um Stahl günstig und in großen Mengen zu produzieren. https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Bessemer

Zwei Jahre davor schon erhielt die Firma Clark & Co. ein Patent auf "Improvements in revolving shutters"

1853_11_12_Alexander Clark_Improvement in revolving shutters_Mechanics Magazine_Seite 19

bevor sie 1859 als "Original Inventors And Patentees Of Revolving Shutters" auf sich aufmerksam machte.

1859_07_01_Clark & Co_TheDublinBuilder_Seite 90


1867 bei der Weltausstellung in Paris wurden die Stahlverschlüsse aus England bereits wohlwollend bestaunt und im Vorfeld der Wiener Weltausstellung 1873 kam es zu Vereinbarungen zwischen dem "General-Director [...] und dem Chef der Firma Alexander Clark", wonach für den Industriepalast "208 Rollbalken-Verschlüsse als Ausstellungs-Objecte leihweise" geliefert wurden. ANNO 1872-02-14_Wiener Weltausstellungs Zeitung_Seite 8

Das Geläut der Glocken, die die Sperrstunde ursprünglich verkünden sollten, konnte nur in deren nächster Nähe vernommen werden und daher rasselten am Abend des 1. Mai 1873 nicht nur eine Menge Rollbalken erstmals "unter dröhnendem Getöse" ins Bewusstsein der Besucher, sie gaben auch für die nächsten zwei Wochen ungeplant den Takt an. Abhilfe schaffte dann ein "am Heustadlwasser exponirtes Nebelhorn, das, durch Dampf getrieben, trompetenartige Töne erschallen lässt, die 16 Seemeilen im Umkreise vernehmbar sind." Davon hatten dann wesentlich mehr Menschen etwas. 1873_05_10_Weltausstellung_Das letzte Läuten_Internationale Ausstellungs-ZEitung_Seite 5


Für viele, vor allem für "nervenschwache Personen", blieb es womöglich ein anhaltendes Ärgernis, anderen wiederum "gefiel gerade das Geräusch", stand es doch auch für Arbeit und Geschäftigkeit.

1882_08_06_gefährliche Rollbalken_Morgenpost_Seite 4

1884_06_21_Badener Bezirks-Blatt_nerverschütternde Rollbalken_Seite 7



































Bild: 1877_01_25_Rollbalken allgemein_Kanonendonnerähnliche GEräusche_kikeriki_Seite 1

E. S. Rosenthal's Erben - die Early Adopters

Vertreter der Firmen Clark und Rosenthal könnten einander schon beim Bau der Oper im Jahr 1867 begegnet sein.

ANNO 1887_05_06_Der Bautechniker_Seite 215

Ein Jahr später ist im Rahmen der Vorstellung des Zinshauses Pereira am Graben zu lesen, dass die "Gassen-Verkaufs-Localitäten mit neuartigen eisernen englischen Rollbalken (Clarks Patent Shutters, London)" verschlossen wurden. ANNO 1868_08_29_Wiener Handelsblatt_Seite 2

Clark & Comp. sind natürlich nicht die einzigen Produzenten in England gewesen, im heimischen öffentlichen Raum ist bisher kein Rollbalken mit einem Hinweis auf die Erfinder aufgetaucht.

Wenden wir uns also den Rosenthals zu - wer ist E. S., wer sind die Erben?

Die Eingaben der möglichen Suchkombinationen erbrachten eine sehr große Zahl an Funden, denen ich so weit wie möglich und sinnvoll nachgegangen bin. Auch Sackgassen, wie der anschließend erwähnte "diesseitige Ritter" sowie die lange Zeit und höchst erfolgreich tätigen Gärtner, waren es wert, weiter verfolgt zu werden, gewährten sie doch tiefe Einblicke in Zeit, Gepflogenheiten und Sprache des 19. Jahrhunderts. Offizielle Verlautbarungen, vor allem der Wiener Zeitung, drehen oft sich um Firmengründungen, Pleiten, Gründungen von Gesellschaften, Vertretungsverhältnisse und Veränderungen innerhalb derselben, Erteilung von Privilegien, wie Patente damals genannt wurden, etc. Diese Funde können recht hilfreich sein, wenn es um den zeitlichen Ablauf einer Firmengeschichte geht, andrerseits stören Jahreszahlen und Amtssprache den Lesefluss doch erheblich, ich versuche mich dabei kurz zu halten. Bei den Rosenthals muss ich dennoch auf einige Erfindungen und Unternehmungen eingehen, weil sie zeigen, wie vielfältig die wichtigsten handelnden Personen beschäftigt waren.

So weit wie möglich bin ich der zeitlichen Abfolge meiner Funde gefolgt, da aber mehrere Entwicklungen ineinanderlaufen, hat sich mancher Bruch in der Zeitleiste nicht vermeiden lassen.


Letztlich kristallisierten sich zwei kleine Gruppen von Personen heraus, denen ich anhand ihrer früheren Medienpräsenz teilweise erstaunlich weit folgen konnte. Joseph (wahlweise mit "f") Rosenthal ist der einzige mit Bezug zu beiden, einerseits als Vater von drei Söhnen, mit dem ältesten, Julius, war er lange Zeit Träger eines sehr gut versteckten Geheimnisses, andrerseits dürfte er, Jahrgang 1840, der älteste der Erben gewesen sein.

Ein diesseitiger Ritter und viele Gärtner

ANNO listet 387 "Rosenthal's Erben" auf, beginnend mit dem Jahr 1840, ohne Apostroph sind es nur 90. Der älteste Fund bezieht sich auf einen "diesseitigen Hrn. k. k. Unterlieutenant Eduard Taulow Ritter von Rosenthal." Nach dessen testamentlosem Hinscheiden werden Erben und Gläubiger gesucht. Bei diesem ersten Rosenthal dürfte es sich eher um eine Sackgasse handeln. Unklar bleibt, warum der Verstorbene als diesseitig bezeichnet wird. ANNO 1840_12_05_ES Rosenthal_Ritter von Rosenthal_Wiener Zeitung_Seite 11

1861 werden drei Herren im Zusammenhang mit einem Projekt angeführt, das die "Strecke des Glacis von der Mondscheinbrücke bis zur Stubenthorbrücke in ein grünes Eden verwandeln soll", in Klammer steht Rosenthal's Erben. In einem wenige Monate später erschienenen Artikel können zwei Personen den Erben zugeordnet werden.

ANNO 1861_08_11_Rosenthals Erben_Gartenbau_Die Presse_Seite 4

ANNO 1861_12_06_Rosenthals Erben_Gartenbau_Wiener Zeitung_Abel Chefgärtner_Seite 4


Nach weiteren Recherchen stellt sich allerdings heraus, dass diese beiden Herren Mitarbeiter der 1800 gegründeten Gartenbaufirma Rosenthals Erben sind, auch A. C., C. A. auch mal A. F. Rosenthal genannt. Die Familie ist bestens etabliert, gestaltet Prachtgärten für die ersten Häuser, über Heirat ist sie mit einer angesehenen Gastwirte- und Hoteliersdynastie verbandelt. Zum Tode der Mutter des Firmeninhabers kondoliert sogar Erzherzog Karl Ludwig.

http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_s/Stipperger_Johann-Ev_1772_1833.xml

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Ludwig_von_%C3%96sterreich


Gemeinsam mit E. S. haben die Gärtner die Anführung der Erben im Namen und eine gewisse Vorliebe für teils kryptische Initialen. Möglich ist natürlich, dass es sich um entfernte Verwandte handelt. Ebenso könnte der Zufall bei diesem doch recht häufigen Namen (über 60.000 Treffer auf ANNO, ungezählte bei Google) im Spiel gewesen sein, wie etwa beim gemeinsam Erscheinen bei der Enthebung "vom Glückwünschen zum neuen Jahre 1866" mit dem eingangs besprochenen Alois Weymelka.

ANNO 1865_12_31_Rosenthal_Enthebung vom Glückwünschen_Wiener Zeitung_Seite 39

Nach derzeitigem Kenntnisstand (Jänner 2023) gibt es keine Verbindung von A. C. zu E. S. Rosenthal.

Allerdings ist man gegen Überraschungen nie gefeit und auch lang gepflegte Annahmen können sich in Luft auflösen.

E. S. Rosenthal bekommt Zuwachs

Ernst Peter Tal und Max Ermers wirken auf den ersten Blick wie Streichergebnisse, die nichts mit der Suchanfrage zu tun haben. Zu Ersterem berichtet "Wien Geschichte Wiki", dass er 1888 angeblich als "Ernst Sigmund Rosenthal in Wien geboren wurde." Die Hoffnung, dass Ernst Sigmund für E. S. stehen könnte, erlosch jedoch sehr schnell, da zwischen der Firmengründung und seiner Geburt sechs Jahre liegen. Es gibt auch keine Erklärung, warum und wann er von Sigmund auf Peter gewechselt haben sollte.

Wikipedia widmet Max Ermers einen kleinen Eintrag. "Der Kunsthistoriker, Journalist und Redakteur Max Ermers wurde 1881 als Maximilian Rosenthal geboren." Beide scheinen mit ihren Geburtsnamen bzw. ihrer Abstammung, die ihnen der "Eigentümer des Schlossereibetriebs "E.S. Rosenthals Erben und dessen Ehefrau Eva, geborene Ermez" mitgegeben haben, nicht zufrieden gewesen zu sein.


Der dritte Fund präzisiert u. a. die Angaben zu Ernst Peter und fördert eine bisher nicht gesehene Verbindung zutage. E. P. Tal & Co. führt auf die Seite zur Österreichischen Verlagsgeschichte von Dr. Murray G. Hall. http://verlagsgeschichte.murrayhall.com/?page_id=621

Dr. Hall hat darin festgehalten, dass Ernst Peter Rosenthal ab 1909 "mit Bewilligung der n.ö. Statthalterei den Namen Ernst Peter Tal" tragen durfte, den er später im Namen seines Verlags zu EP Tal abgekürzt hat. "Im Jahre 1917 heiratete der zur Evangelischen Kirche H.B. konvertierte Jude E.P. Tal in Ungarn die um acht Jahre jüngere Wienerin Lucy Traub." Mit dieser stand Dr. Hall im Rahmen seiner Recherchen von Anfang bis Mitte der 1980er-Jahre in Briefkontakt. In einem davon, sie lebte damals schon seit fast 50 Jahren in New York, schreibt sie: "Ich ahnte nicht, dass Sie sich auch für die Verwandtschaft der Verleger interessieren. [...] Die Mutter hiess Ermetz u. kam von Ermershausen irgendwo bei Nürnberg. Der Vater war wohlsituierter Rollbalken Fabrikant. Das müsste ja heute bei den ständig beraubten Auslagen ein blühendes Geschäft sein. Nur der älteste Sohn war ein braver Bürger mit Interesse für 'Business'".

Es gibt also noch einen "großen" Bruder und zu dem führt ein gesicherter Weg über die Mutter mit dem nicht so häufigen Familiennamen Ermez oder auch Ermetz. Am 2. März 1909 bestellen der "Fabrikant Julius Rosenthal aus Wien, Sohn der Kaufmannsleute Joseph und Eva Rosenthal, letztere geb. Ermez und Lilly Rothschild, wohnhaft in München" beim dortigen Standesamt I ihr Aufgebot. 1909_03_09_Rosenthal Julius_Aufgebot München_Neues Wiener Tagblatt_Seite 24

Die weitere Geschichte von Lilly und ihrer Familie ist leider typisch für die Zeit, sie wird bei Julius Rosenthal behandelt.

Ob Joseph Rosenthal die Hochzeit noch erlebt, ist nicht bekannt, er stirbt am 12. Mai 1909. Gemeinsam erscheinen die drei Brüder auf der Todesanzeige ihrer Mutter, die sich am 9. August 1933 in Wien das Leben genommen hat.

Lucy Tal verliert im März 1936 ihren erst 17 Jahre alten gemeinsam Sohn Thomas und im November ihren Mann, 1938 kann sie vor den Nazis fliehen.

Was Ernst Peter bewogen hat zu konvertieren und einen Teil seines Namens aufzugeben, wird vielleicht weiterhin ein Geheimis bleiben, ebenso warum Max mit seiner Namenswahl die Mutter bevorzugt hat.


Die beiden verbleibenden "echten" Rosenthals waren demnach richtige Handwerksbetriebe, die ich allerdings über einige Jahre meiner Recherche unabhängig voneinander gesehen und behandelt habe - E. S. Rosenthal als Pionier und Firma-für-eh-Alles und Julius als Portal- und Kunsttischler. Zwischen beiden Gründungen liegen gut 20 Jahre und auch die Enden könnten nicht unterschiedlicher sein: Rosenthals Erben gehen Mitte der 20er-Jahre pleite, Julius Rosenthal wird arisiert. (Stand Jänner 2023)


Die Erbstreiter

E. S. Rosenthal (gut 300 Treffer) war den Unterlagen zufolge nicht als Aussteller in Wien anwesend. Wenige Tage nach der Eröffnung wurde Alexander Clark ein "ausschließendes Privilegium", wie Patente früher genannt wurden, verliehen und zwar "auf eine Verbesserung an den ausgekehlten metallenen Fensterläden". Selbiges Privilegium wurde "im Cessionswege dem Charles Max Rosenthal" weitergereicht, welches dieser wiederum am "8. Jänner 1884 vollständig an die Firma E. S. Rosenthal's Erben übertragen" hat. 1884_07_11_Ch. M. Rosenthal Privilegium an E. S. Rosenthal_Wiener Zeitung_Seite 16


Im ersten Werbeauftritt ein Jahr nach der Weltausstellung präsentiert sich E. S. Rosenthal als "Repräsentant für Clark & Comp." ANNO 1874_09_03_Rosenthal ohne Erbe Repräsentant für Clark_Neue Freie Presse_Seite 12

1881 scheint die Firma erstmals als "Clark & Co's Nachfolger" auf, noch ohne Erben.

1881_08_14_Clark & Co_Rosenthal_Werbung_Die Presse_Seite 11


Am 28. September 1882 wird die Firma "E. S. Rosenthal's Erben in Wien, 8. Bezirk, Zeltgasse Nr. 7 als Offene Gesellschaft" eingetragen. Die Gesellschafter sind Joseph, Charles Max und Ida Rosenthal, zeichnungsberechtigt sind vorerst nur die beiden Herren, Ch. M. macht das auch ein paar Einschaltungen lang, ab Mitte des Jahres gibt es nur noch E. S. und die Erben, fast durchgehend mit Apostroph.

1883_03_23_Werbung_Rosenthal_Bautechniker_Seite 7_03

Joseph, der Handwerker

Da es sich bei Joseph, Charles Max und Ida im Gegensatz zu E. S. um fast schon greifbare Personen handelt, sei ihnen hier ein wenig mehr Platz eingeräumt.


Im Register für Einzelfirmen scheint am 11. März 1874 Josef Rosenthal als "Producten- und Getreidehändler in Wien, Lilienbrunngasse 10" auf.

ANNO 1874_03_11_Rosenthal Josef_Protokollierung Getreidehändler_Neue Freie Presse_Seite 9

1877 wird ihm als "Chef des technischen Bureaus Titze & Rosenthal in Wien, II., Praterstraße 2" ein Patent erteilt "auf ein neuartiges Wellenblech". Das würde vom Thema und auch aufgrund der Nähe zur Lilienbrunngasse passen.

1877_09_12_Rosenthal Joseph_Wiener Zeitung_Seite 17

Für die Pariser Weltausstellung 1878 haben sie "Gegenstände aus Glas, Leder, Bronze etc., dann Mehl und Getreide" angemeldet. 1877_06_29_rosenthal Josef_& Titze_Anmeldungen zu Pariser Ausstellung 1878_Wiener Zeitung_Seite 8

Über die weitere Tätigkeit dieser Firma ist nichts bekannt.

1885 wird er als "Commissionshändler" und offener Gesellschafter bei "Rosenthal & Goldschmidt" protokolliert.

1885_07_17_Rosenthals Erben_Joseph R. und Ignaz Goldschmidt_Offene GEsellschaft_Wiener Zeitung_Seite 19

Er und Ignaz Goldschmidt spezialisieren sich auf den "Export von kunsthandwerklichen Wiener Erzeugnissen und Wiener Bronzen." 2013_05_Rosenthal Josef & Goldschmidt_Mariahilfer 117_Export Wiener Bronzen_Newsletter WKO

1888 wird sein "Allein-Vertretungsrecht" für E. S. Rosenthal im Verzeichnis für Gesellschaftsfirmen eingetragen und im selben Jahr folgt noch ein Patent "auf ein neuartiges Rouleau" 1889_01_15_Rosenthal_Privileg neuartiges Rouleau_Wiener ZEitung_Seite 17

Damals gab es also noch eine Verbindung zu E. S. Rosenthal. Dieser wird auf der Todesanzeige mit Hinweis auf den k. k. Hoflieferanten noch eine kleine Referenz erwiesen, mehr Platz nimmt der "Mitchef der Firma Rosenthal & Goldschmidt" ein.

Im Juli 1897 wird Emanuel Ermetz als Prokurist bei E. S. Rosenthals Erben eingestellt, 1897_07_24_rosenthals Erben_Emanuel Ermetz als Prokurist_Wiener Zeitung_Seite 17 also ein Mitglied der Familie seiner Frau, vier Monate später schon wird diese Prokura widerrufen und "der offene Gesellschafter Josef Rosenthal über dessen Austritt gelöscht", das Allein-Vertretungsrecht geht an Charles Max.

1897_11_24_Rosenthal Ch. M._Procurist emanuel Ermetz und Ges. Josef R. gelöscht_Wiener Zeitung_Seite 23

Am 4. 4. 1902 erklärt er "betreffs Sanirung der Firma E. S. Rosenthal's Erben", dass er sich "schon vor circa 5 Jahren von dieser Firma zurückgezogen habe und seit dieser Zeit in gar keiner Verbindung mit derselben stand."

1902_04_04_rosenthal Josef_vor 5 Jahren von E. S. zurückgezogen_R & Goldschmidt_Neues Wiener Tagblatt_Seite 18

Ab 17. 4. 1902 sind Charles Max und Ida wieder "collectiv vertretungsbefugt. 1902_04_17_rosenthal Ch. M._CH M und Ida vertretungsbefugt_Neue Freie Presse_Seite 24

19. 8. 1902 geht es in einer Notiz unter dem Titel "Amortisationen" in der Wiener Zeitung um einen "angeblich in Verlust geratenen Wechsel [...] über 2500 K, ausgestellt von Charles M. Rosenthal, akzepiert von E. S. Rosenthal's Erben."

1902_08_19_Rosenthal Ch. M._angeblich in Verlust gegangener Wechsel akzeptiert von E. S. R_Wiener Zeitung_Seite 28

2.500 Kronen wären heute knapp über 20.000 Euro, über den Ausgang der Angelegenheit ist derzeit nichts bekannt.

Am 2. Oktober stirbt Charles Max' Frau mit nicht einmal 50 Jahren. Unter den nahestehenden Trauernden sind weder Josef noch Ida aufgeführt.

Julius Rosenthal meldet am 6. 2. 1903 die "Erzeugung von Tischlerwaaren, Rollbalken und Sonnenschutzplachen" in XII., Tivoligasse 14 an. Bemerkenswerter als die falsche Adresse ist die in Klammern stehende "Firma Josef Rosenthal's Sohn." 1903_02_06_Rosenthal Josef_Firma Josef rosenthal's Sohn_Bautechniker_Seite 99

Erst bei der Bestellung des Aufgebots 1909 sollte es wieder zu einer solch medial nachvollziehbaren Annäherung von Vater und Sohn kommen.

Drei Wochen später lässt die "Firma E. S. Rosenthal's Erben vormals Clark & Comp., k. u. k. Hoflieferanten" via Zeitung ausrichten, "dass (sic) sie mit der in allerjüngster Zeit etablirten Rollbalkenfabrik, wenn diese auch ähnlich firmirt, doch nicht identisch ist. 1903_03_01_Rosenthal_Vermeidung von Verwechslungen_Architekten- und Baumeister-Zeitung_Seite 6

Josef wurde am 6. Juni 1840 geboren, gestorben ist er am 12. Mai 1909 in Wien. Gemeinsam mit seiner Frau Eva und ihrem Enkelsohn Tomy Tal liegt er in der israelitischen Abteilung des Zentralfriedhofs, Charles Max und Ida laufen auf der Todesanzeige vielleicht unter "sämmtliche Verwandte."

1909_05_13_Rosenthal Josef_Todesanzeige_Neues Wiener Abendblatt_Seite 64

Charles Max - Der Mondäne

Hat sich Josef schon in etlichen Geschäftsbereichen betätigt, so war Charles Max noch deutlich weitläufiger unterwegs, was ihm mit seinem Namen anscheinend schon in die Wege gelegt war.

Zwei Monate nach Josef Rosenthal wird er, ebenfalls in der Lilienbrunngasse, als "Waaren-Commissions-Ex- und Importgeschäftsinhaber" vermerkt. 1874_05_16_Rosenthal CM_Protokollierung als Einzelfirma_Wiener Zeitung_Seite 22

Und von ebendort (mit Dependance im Trattnerhof) annonciert er 1875 als "General-Agent der National-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, sowie der königl. engl. Postdampfer der Cunard-Linie" Schiffspassagen nach Philadelphia, wo 1876 die nächste Weltausstellung stattfinden wird.

1875_06_27_Rosenthal CH M_General-Agent National- und cunard-LinieNeues wiener Tagblatt_Seite 10

1881 berichtet das Orientalische Museum im Börsengebäude von neuen Ausstellungsgegenständen. Unter anderem gibt es dort eine "Sammlung von Nutzhölzern aus Ceylon" zu bewundern, die ein "Geschenk des Herrn Ch. M. Rosenthal" sind, der "Elephantenzahn aus Ceylon" hingegen nur eine Leihgabe.

1881_09_28_Rosenthal Ch. M._Geschenke für Orientalisches Museum_Seite 6

1882 erhält er ein Patent "auf einen Apparat zum Heften von Zeitungen, Brochüren, Büchern etc."

1882_01_01_Rosenthal CM_Heftapparat_Privilegium_Wiener Zeitung_Seite 23

1884 folgt ein Patent "auf Patent-Emailplatten für Wandbekleidungen in großen und kleinen Dimensionen, getheilt in Felder". 1884_04_26_Rosenthal Ch. M._Ausschl.Privilegium auf Patent-Emailplatten_WienerZeitung_Seite 17

Anfang 1888 erfreut er die Österreichischen Eisenbahn-Beamten mit seinem Vortrag "Excursion in fremde Länder, [...] darin schilderte er eingehend den Eindruck, den er bei seiner Bereisung von Amerika und Australien empfangen hat." 1888_01_29_rosenthal ch. M._Vortrag Excursion in ferne Länder_Oesterreichische eisenbahn-Zeitung_Seite 9

Ein halbes Jahr später lässt er mit einem Patent "auf Neuerungen an Primärbatterien" aufhorchen, mit 1. Dezember 1888 wurde ihm noch ein Patent "auf Neuerungen in der Beheizung von Oefen" erteilt, bevor zum Jahresende "die Firma Chs. M. Rosenthal über erfolgte Steuerabschreibung gelöscht" wurde.

1888_08_17_Rosenthal Ch. M._Ausschl. Priv auf Neuerung an Primärbatterie_Wiener Zeitung_Seite 17

1889_07_19_Rosenthal Ch. M._Ausschl. Priv auf Neuerung in Beheizung von Oefen_Wiener Zeitung_Seite 13

1888_12_29_Rosenthal CH. M._Firma über Steuerabschreibung gelöscht_WienerZeitung_seite 13


Im Vorfeld der Weltausstellung wird er als Juror für Weine auserkoren


Von Mitte Mai bis Mitte Oktober 1890 fand in Wien in und um die Rotunde die "Land- u. Forstwirthschaftliche Ausstellung" statt. Im Vorfeld wirbt Ch. M. Rosenthal für Ziegelei-Maschinen im französischen Pavillon, neue Adresse ist Bartensteingasse 9 in Wien, I.

1890_01_03_Rosenthal CH M_Werbung für Ziegelei-Maschinen_Der Bautechniker_Seite 437

Praktisch zeitgleich wird verlautbart, dass "bei der Firma: E. S. Rosenthal's Erben das Vertretungsrecht der Gesellschaft den offenen Gesellschaftern Josef R. und Charles Max R. in Gemeinschaft zusteht." 1890_01_18_Rosenthal Ch. M._Josef und Charles gemeinsames Vertretungsrecht_Die Presse_Seite 7

Nur ein paar Tage später berichten die Innsbrucker Nachrichten und die Neue Freie Presse über einen "Preßprozeß eines Oesterreichers in Paris". Demzufolge war Rosenthal "bei der vorjährigen Pariser Weltausstellung als Vertreter der Glasfabrik Stellmacher in Turn-Teplitz thätig." Das Pariser Journal La France warf ihm vor, "daß er minderwerthige Glaswaare aus Belgien beziehe und diese für böhmische Glaswaare ausgebe." Bei der von ihm angestrengten Ehrenbeleidigungs-Klage ergab sich "die volle Unwahrheit des gegen Rosenthal erhobenen Anwurfes" und er bekam eine Entschädigung von 5000 Francs. Beide Meldungen sind praktisch identisch bis auf den kleinen Unterschied, dass die Innsbrucker Nachrichten den Titel des Artikels unterschlagen haben - der lautete "Les Allemands chez nous"! 1890_01_18_Rosenthal Ch. M._Prozess Paris Glasfabrik_Les Allemands chez nous_Neue Freie Presse_Seite 7

1889 war übrigens das Jahr des Eiffelturms und Paris ist mit insgesamt neun Auftritten die weltausstellerischste Stadt.


Vor allem die Damen der besseren Gesellschaft sind gerne auf Sommerfrische gefahren. So auch die Private Marie Helfer, seine Schwiegermutter, die im Juli 1894 "mit Enkelin Fräulein Ada Rosenthal" in Baden weilt.

1894_07_07_Rosenthal Ch. M._Schwiegermutter und Tochter_Cur- und Fremdenliste Baden_Seite 1

Zum Schmunzeln ist ein Eintrag in einer Spendenliste "zur Beschaffung von Heilserum für arme, an Diphteritis erkrankte Knaben und Mädchen", zu der "Mrs. Charles Max Rosenthal und Ada Rosenthal 10 Dollars" beitragen.

1894_10_14_Rosenthal Ch. M._Mrs. Ch M Rosenthal und Ada Rosenthal 10 Dollars Spende Diphteritis_Neue Freie Presse_Seite 5

Das passiert, wenn man's nicht klein hat. 10 Dollar stehen umgerechnt mit 24 fl. in der Liste, immerhin fast 400 Euro, dafür darf man sich vermeintliche Weltgewandtheit schon ein bisschen raushängen lassen. Zur Ehrenrettung muss man sagen, dass die Rosenthals oft unter den großzügigen Spendern zu finden waren. Ob sie ihn wohl Charly genannt hat, oder, englisch buchstabiert, CH? Wir werden es nie erfahren, Charles Max verdient das Geld dafür derweil im Organisations-Komitee für die "Oesterreichisch-ungarische Industrie- und Gewerbe-Ausstellung", die 1896 in London stattfinden soll. 1894_12_07_Rosenthal CH. M._Oesterreichisch-ungarische Ausstellung London_Die Presse_Seite 9

Im Sommer 1895 kurt er "mit Frau Gemalin" in Baden, die Tochter muss daheimbleiben oder kurt andernorts.

1895_06_22_rosenthal Ch. M._Aufenthalt als Fabrikant mit Gemalin_Curliste Baden_Seite 1

Am 16. Juni 1899 stirbt sein Schwiegervater Anton Helfer. Tochter Ada (auch Adika, Adica, Adele) hat in der Zwischenzeit in die alteingesessene Uhrmacherfirma M. Herz & Sohn eingeheiratet und ist selbst Mutter einer Tochter, Katharina, genannt Kitty, diese erlernt als eine der wenigen Frauen dieser Zeit das Uhrmachergewerbe. "Die Gesellenprüfung hat der Lehrling Kitty Herz am 13. Juli 1919 mit Auszeichnung abgelegt; im Jahre 1923 wurde sie Meisterin" verkündet das Neue Wiener Tagblatt. In Wien ist sie damit die jüngste und erste ihres Fachs. Mit dem Ableben ihres Vaters Gustav Herz 1933 endet der bisher nachvollziehbare Zweig der Familie. Im Findbuch wird der Betrieb als arisiert geführt, über den weiteren Verbleib der Familienmitglieder ist mir derzeit nichts bekannt.

Im Oktober 1902 stirbt Charles Max' Frau Emma, ein gutes Jahr später arbeitet er als "exekutiver Kommissär" im "österreischischen Komitee für die Weltausstellung in St. Louis 1904" 1903_11_21_Rosenthal Ch. M._Kommission für Weltausstellunf St. Louis_als Kommissär_Österreichische Monatsschrift Baudienst_Seite 18

und kaum drei Wochen danach tritt er als Offener Gesellschafter von E. S. Rosenthals Erben aus.

1903_12_08_Rosenthal_CM als offener G. ausgetreten_Wiener Zeitung_Seite 25

Um die Weltausstellung, zu der anscheinend keine offiziellen Vertreter entsandt wurden, dürfte es ein paar Ungereimtheiten gegeben haben bzgl. Bestellung der Delegation, Auswahl der Aussteller, Qualität der ausgestellten Produkte, die vom Neuen Wiener Journal veröffentlicht wurden und später widerwillig dementiert werden mussten.

1904_09_22_Rosenthal Charles M._Internationaler Skandal_Weltausstellung_fast ganze Seite_Neues Wiener Journal_Seite 4

Im November 1904 taucht "Chs. M. Rosenthal" auf der Todesanzeige seiner Schwiegermutter auf und das ist sein letztes Lebenszeichen aus Österreich. Seine Frau Emma liegt am Zentralfriedhof gemeinsam mit ihrem Schwiegersohn, Kommerzialrat Gustav Herz. Das "In memoriam Charles M. Rosenthal begraben in New York" am Sockel des Grabsteins zeigt, dass er dem Terror in seiner Heimat entkommen ist.

Ida - die Schemenhafte


Ida Rosenthals gibt und gab es viele, die prominenteste von fast 25.000 Treffern auf Google ist die Mitbegründerin der Firma Maidenform.

Von den 15 Funden auf ANNO sind ihr nur wenige verlässlich zuzuordnen. Die früheste stammt aus dem Jahr 1882 anlässlich der Firmengründung mit Joseph und Charles Max.

Gleich zu Jahresbeginn 1887 war "die Nothlage und das drückende Elend so vieler Studirender der Wiener Hochschulen" Anlass, an den "Wohltäthigkeitssinn der Wiener zu appeliren." Dieser Aufruf ist in mehrerer Hinsicht interessant. Die aktuelle Idee, StudentInnen jedweden Geschlechts als Studierende zu bezeichnen, wird nicht von allen goutiert, manche stoßen sich an Grundlegendem, andere am Wort an sich. Wie Recherchen zeigen, war der Begriff Studirende für "studiosi" schon etliche Jahrhunderte in Gebrauch. Bemerkenswert am aktuellen Beispiel ist die Tatsache, dass es sich damals ja wirklich nur um männliche Studenten gehandelt hat. Die ersten Frauen wurden erst ab 1897 an der philosophischen Fakultät zugelassen. Weiters zählen Ida, Franziska, Eva und Emma Rosenthal zu den Spenderinnen, die 5 fl. (knapp 80 Euro) beigetragen haben. Leider wurde über die Verwandtschaftsverhältnisse dieser Damen nichts berichtet. Und schließlich war die Präsidentin des "Studenten-Unterstützungsvereins" Frau Johann Strauß, die 50 fl. beigesteuert hat.

Adolph Lehmann's allgemeiner Wohnungs-Anzeiger für 1900 bringt einen Eintrag mit eindeutigem Bezug zu E. S. Rosenthal's Erben, Adresse ist VI, Webgasse 45.

1901 fährt eine Fabrikantin Ida Rosenthal mit Fräulein Tochter aus Wien zur Sommerfrische nach Baden, so viele Fabrikantinnen gleichen Namens wird es zu dieser Zeit nicht gegeben haben, man könnte es als wenig aussagekräftigen Treffer verbuchen. 1901_08_15_Rosenthal Ida_Fabrikantin mit Fräulein Tochter_Curliste Baden_Seite 1

Mitte April 1902 wird das gemeinsame Vertretungsbefugnis mit Charles Max protokolliert 1902_04_17_rosenthal Ch. M._CH M und Ida vertretungsbefugt_Neue Freie Presse_Seite 24 Anfang Juli wird selbiges gelöscht, vertretungsbefugt nur Dr. Max Landau

Ende Juli 1903 brennt das Fabriksgebäude in der Rosinagasse in Wien Fünfhaus, "der Eigenthümer der Fabrik, Dr. Max Landau, weilt gegenwärtig in Kaltenleutgeben" heißt es in der Abendausgabe.

1903_07_30_Rosenthal Ch. M._Brand Rosinagasse_Eigentum von Max Landau_Wiener Allgemeine Zeitung_Seite 2 Praktisch unmittelbar danach wird korrigierend verlautbart, dass es sich um "gemeinsames Eigentum des Genannten" und der Rosenthals handelt.

1903_07_30_Rosenthal Ch. M._Brand Rosinagasse_eigentum von Max Landau, Ch.M. und Ida Rosenthal_Die ZEit_Seite 5

Anfang 1904 tritt sie als letzte Mitinhaberin aus, der Industrielle Dr. Max Landau ist Alleininhaber.