Paschka

M. PASCHKA - WIEN


Über diesen Fund im 2. Bezirk habe ich mich ganz besonders gefreut. Bei meinen umfangreichen Recherchen zur Firma Robicsek ist Moriz Moses Paschka ein wichtiger Name.


Die "Wiener Presse" berichtete schon am 23. Januar 1874 über die Erteilung eines ausschließenden Privilegiums "dem Moriz Paschka, Bauschlosser in Wien, Leopoldstadt, Nestroygasse Nr. 6, auf eine verbesserte Construction der Rouleaux-Verschlüsse für Verkaufsläden, für die Dauer eines Jahres." Damit wird Moriz Paschka zu einem wichtigen Mitbewerber von "E. S. Rosenthal's Erben", die ziemlich zur gleichen Zeit auf den Plan getreten sind.


Mitte der 1880er Jahre hat Leopold Robicsek das Haus in der Nestroygasse 6 übernommen. Am 22. und 23. März 1887 teilen die "Presse" und die "Wiener Zeitung" mit, dass die "Fabrik für landwirthschaftliche Maschinen und Eisenconstructionen Julius Paschka" in "Paschka'sche Fabrik für Maschinen und Eisenconstructionen Leop. Robicsek" umbenannt wurde.

In Wien sind die Werke von Paschka sehr selten zu sehen. Nicht alle sind in so gut bewahrtem Zustand wie obiges und nur eines, das ihn in würdevoller Weise als "k. k. priv. Fabrik" ausweist.


Aus dem "Pester Lloyd" vom 28. Dezember 1904 ist zu erfahren, dass Herr Moriz Paschka im 71. Lebensjahr verstorben ist. Was für mich an der Anzeige besonders verstörend wirkt und ich sonst nur bei der Vorstellung von Ehefrauen aus amerikanischen Filmen kenne, ist die Bezeichnung der Schwiegertöchter als "Frau Ludwig Paschka und Frau Leopold Paschka". Und da die Juden ihre Toten ja nicht verbrennen, harrt auch die Formel "Friede seiner Asche" noch einer Klärung.


Der Weg von Moriz Moses Paschka führte also zurück nach Ungarn, wo noch sehr schöne Zeugnisse seines Schaffens zu finden sind, die ich nach Rücksprache mit den Fotografen einpflegen werde.